In Online-Trauer liegt auch eine Chance

Auch mir ist es wichtig, dass wir als Kirche die verschiedenen Möglichkeiten des Ausdrucks der Trauer wahr- und ernstnehmen, von daher freue ich mich über diesen Post und über das Trauerportal der EKiR

Θ TheoNet.de

gedenkseiten_trauernetz_de

Wie darf man im Internet trauern? Die Frage lässt sich auch umdrehen: Wie darf man in der Kohlenstoffwelt trauern? Die Gleichung „Internet = virtuell“ und „Offline-Welt = real“ lässt sich nicht mehr aufrechterhalten, für viele Menschen ist das Internet Teil ihrer Lebenswirklichkeit, also sehr real. Im Netz begegnen sich Menschen – und es nehmen auch Menschen Abschied. Allerdings folgt Online-Kommunikation oft anderen Regeln als Offline-Kommunikation. Auch die Trauerkultur ändert sich, Online- und Offline sich keine Gegensätze mehr, sondern können sich auch ergänzen, QR-Codes auf Grabsteinen auf dem Friedhof führen zu Online-Gedenkseiten. Neben evangelischen Friedhöfen bietet die evangelische Kirche nun auch mit gedenkseiten.trauernetz.de auch Online-Gedenkseiten an.

Wird in der Gesellschaft und im persönlichen Umfeld der Tod oft mit einem Tabu belegt – man spricht nicht über das Sterben – so gibt es im Internet oft eine gänzlich andere Gesprächskultur. Darin liegt auch eine Chance. So schreiben Eltern eines todkranken Kindes, für…

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Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann …

Predigt im Lukas-Krankenhaus Bünde über die Leipziger Karte „Herbstblatt“ (Nr 421_0) und Mt 11,28-30 zu den Gedächtnisgottesdiensten Herbst 2014

Gnade sei mit Euch und Friede von dem der da ist, und der da war und der da kommt.

Liebe Gemeinde,

auf der Suche nach einer Karte für die Gottesdienste zum Gedächtnis der verstorbenen Patienten unseres Krankenhauses bin ich auf eine Karte mit einem Text von Dietrich Bonhoeffer gestoßen, den er in einem Brief zum Heiligabend 1943 aus dem Gestapo-Gefängnis heraus geschrieben hat.

Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch gar nicht versuchen …
Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.“
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„Goldene“ Sätze: Schonen schadet

Ein Satz aus der Tradition der KSA, der Klinischen Seelsorgeausbildung. Kerstin Lammer zitiert ihn z.B. in ihren Tipps für die Trauerbegleitung1. Ein Satz, so wahr wie falsch, hilfreich wie gefährlich. Immer nur im richtigen Zusammenhang zu verstehen.

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David und Goliath, Maler Guido Reni, 1610

Falsch ist dieser Satz immer dann, wenn er sich auf traumatisierte Menschen bezieht.2 Falsch ist er, wenn er das Gefühl für den anderen zum Schweigen bringt. Falsch ist er, wenn er dazu dient, der eigenen Lust nach Dominanz und Aggression eine Begründung zu liefern.

Stark ist dieser Satz, wo er hilft, den Raum für die Bearbeitung von Gefühlen zu öffnen. Wo er in einem Gespräch mit Schwerkranken ermöglicht, das Schweigen zu überwinden und Ängste auszusprechen. Weiterlesen