Äußerstes Glück?

Das Buch, das mich in diesem Sommer am meisten berührt hat, ist der neue Roman von Arundhati Roy, „The Ministry of Utmost Happiness“, wobei der deutsche Titel: „Das Ministerium des höchsten Glücks“ wohl eher etwas in die Irre führt. Denn von einer staatlichen Einrichtung erwartet die in hohen Maße staats- und sozialkritische Autorin sicher kein Bemühen um das Glück seiner Bürger. Dafür ist dann schon eher der für seine unbändige (homoerotische) Liebe bekannte und hingerichtete Sufi-Heilige Hazrat Nizamuddin zuständig, dessen Mausoleum im Herzen von Delhi für diese Geschichte eine wichtige Rolle spielt.

happiness

Aber um Glück geht es schon in diesem Buch, genauer um die Frage, wie Glück möglich ist – in einer Welt, wie sie ist, mit all ihrer Armut, ihren Grausamkeiten, ihrer Gewalt. Und genau da wird dieses Buch, auch wenn es in Indien spielt und all die sozialen Konflikte aufgreift, in denen sich Roy in den letzten 20 Jahren engagiert hat, zu meinem Buch. Weiterlesen

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Gelassenheit wendet großes Unheil ab

Zu den Reaktionen auf die Anschläge in Paris

„Wenn des Herrschers Zorn wider dich ergeht,
so verlass deine Stätte nicht;
denn Gelassenheit wendet großes Unheil ab.“
(Prediger 10,4)

Gelassenheit wendet großes Unheil ab. – Es ist dieser Satz aus dem Buch Kohelet, dem Prediger Salomo, der mir angesichts der Stimmung und der medialen Stimmungsmache nach den Anschlägen von Paris in den Sinn kommt.

„Paris ändert alles.“ – Diesen Satz habe ich in den letzten Tagen oft gehört. „Paris ändert alles.“ Wieso eigentlich? Was ist wirklich neu seit diesen Attentaten?

Was ist so anders als im März 2004 als in Madrid 191 Menschen bei 10 Anschlägen auf Vorortzüge starben? Genau so zufällige Opfer islamistisch motivierten Terrors? Weiterlesen