Handauflegen

Möge die göttliche heilende Kraft durch uns fließen,
uns reinigen, stärken und heilen,
uns erfüllen mit Liebe, heilender Wärme und Licht,
uns schützen und führen auf unserem Weg.
Wir danken dafür, dass dies geschieht.

Heilungsgebet nach Anne Höfler1

Schon lange ist mir bewusst, dass Gott den ganzen Körper nutzen kann, um seinen Segen weiterzugeben. So habe ich seit mehr als 20 Jahren Gottesdienste mit Krankensalbung in das Angebot an unserem Krankenhaus integriert und bekomme von denen, die daran teilhaben, immer wieder positives Feedback.

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Dies hat mich ermutigt, auch mit einer weiteren Form, die mich sehr anspricht, in die Öffentlichkeit zu gehen. Das ist das Handauflegen im Stil der von Anne Höfler gegründeten Schule der Open Hands. Sie knüpft daran an, dass auch Jesus seine Jünger beauftragt hat, Kranke zu heilen, und dass seine eigenen Heilungen auch immer wieder mit Berührungen verbunden waren. Zugleich steht sie im Rahmen vielfältiger Traditionen, denen die Erfahrung gemeinsam ist, dass achtsames Handauflegen wohltuend für Leib und Seele sein kann.

Dabei hält sie die Spannung, die mir auch beim Gebet oder der Krankensalbung wichtig ist: Auf der einen Seite ist da das Vertrauen, dass Gott durch seine Kräfte Gutes in uns bewirken kann und will, und zum anderen das Wissen darum, dass wir die Einzelheiten dieser Wirkung nicht im Voraus wissen und ein bestimmtes Ergebnis schon gar nicht erzwingen können. Von daher geht es beim Handauflegen genau darum, sich für Gottes gute Kraft zu öffnen und dabei zu vertrauen, dass das, was an Heilung geschehen kann und soll, geschehen wird, ohne dass ich etwas Bestimmtes erwarten oder gar versprechen kann.

Diese Haltung spiegelt sich auch in der Ethik der Schule der Open Hands und den sieben in Anne Höflers Buch „Open Hands”, München 2011, beschriebenen Prinzipien wider, denen ich mich beiden verpflichtet fühle.

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Die sieben Prinzipien in einer Einführungsrunde.

  1. Das Gebet: Ich verbinde mich mit Gottes Gegenwart, bitte darum, sie zu spüren und danke zugleich dafür.
  2. Mensch als Kanal: Ich begreife, dass Gott durch mich anderen und mir selbst Gutes tun will, und stelle mich dafür zur Verfügung.
  3. Ich habe Vertrauen in diesen Prozess, …
  4. .. nehme in Dankbarkeit an, was geschieht, …
  5. … weiß um die Geduld, die das immer wieder erfordert …
  6. … und übe mich im Loslassen meiner inneren Bilder von Heil und Heilung und davon, was jetzt mit diesem Menschen geschehen soll.
  7. Das alles geschieht in Liebe zu mir und den anderen Menschen, indem ich versuche, mich für die göttliche Liebe zu öffnen.

Da auch ich die Erfahrung gemacht habe, dass es gut tun kann, mir und anderen die Hände in diesem Geist aufzulegen und sie aufgelegt zu bekommen, möchte ich diese Erfahrung weitergeben und nach Möglichkeit in meinen Dienst als Krankenhauspfarrer integrieren. Ich bin gespannt, wohin mich dieser Weg noch führen wird.

1Anne Höfler, Open Hands, München 2011, S. 27.

Ein Gedanke zu „Handauflegen

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